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Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum
still und verklärt wie im Traum.
Das war des Nachts elf Uhr zwei.
Und dann kam ich um vier
Morgens wieder vorbei,
Und da träumte noch immer das Tier.
Nun schlich ich mich leise -ich atmete kaum-
gegen den Wind an den Baum,

Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.
und da war es aus Gips.

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Julia: Bist du nicht Romeo, ein Montague?

Romeo: Nein, Holde; wenn dir eins missfällt!

Julia: Wie kamst du her? O sag mir und warum?
Die Gartenmau´r ist hoch, schwer zu erklimmen;
Die Stätt ist Tod! Bedenke nur, wer du bist,
Wenn einer meiner Vettern dich hier findet!

Romeo: Der Liebe Schwingen trugen mich:
Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren!
Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann:
Drum hielten deine Vettern mich nicht auf!

Julia: Wenn sie dich sehn, sie werden dich ermorden!

Romeo: Ach, deine Augen drohn mir mehr Gefahr
Als zwanzig Schwerter: blick du freundlich,
So bin ich gegen ihren Haß gestählt!

Julia: Ich wollt um alles nicht, dass sie dich sähn!

Romeo: Vor ihnen hüllt mich Nacht in ihren Mantel.
Liebst du mich nicht, so laß sie nur mich finden:
Durch ihren Haß zu sterben wär mir besser
Als ohne deine Liebe Lebensfrist.

Julia: Wer zeigte dir den Weg zu diesem Ort?

Romeo: Die Liebe, die zuerst mich forschen hieß;
Sie lieh mir Rat, ich lieh ihr meine Augen.
Ich bin kein Steuermann, doch wärst du fern
Wie Ufer, von dem fernsten Meer bespült:
Ich wagte mich nach solchem Kleinod hin!


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Spuren im Schnee

Ich möcht so gern an deiner Seite
still über verschneite Wege gehn,
tief durch das unbekannte Weiße,
und unsere vertrauten Spuren -
sie sollen hinter uns verwehen.

Schneeflocken haben sich in deinem Haar verfangen,
wie Tränen rollen sie, zergehend, über dein Gesicht.
Die lieben Worte sind in deinem Atem eingefangen,
in deinen Augen ist ein Rausch von hellem Licht.

Wo kam es plötzlich her? Wie fing es an?
Ich weiß es nicht, weiß nur, ein Rausch begann.
Es hat mein Herz in deinem Lächeln sich verfangen,
kaum dass ich es bedacht - und eh ich mich besann.

Du bist so still, als würdest du begreifen,
dass wir seit damals wie auf weißen Wolken schreiten.

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Letzte Hoffnung

Ich schenkte dir meine Liebe;
du gabst mir dein Zögern.
Ich schenkte dir meine Poesie;
du gabst mir dein Schweigen.
Ich schenkte dir meine Visionen;
du gabst mir deine Wirklichkeit.
Ich schenkte dir meinen guten Willen;
du gabst mir deine Launen.
Ich schenkte dir einen Garten;
du gabst mir brachliegendes Land.

Jetzt gebe ich dir dieses Sackgassengedicht.
Schenkst du mir deine Zuversicht?

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Keine Angst

Hast du ein wenig
Platz in deinem Herzen übrig?
Es sieht so groß aus -
auf den ersten Blick.

Keine Angst,
ich mache mich nicht breit,
bin auch nicht aus auf Ewigkeit;
mir genügt deine Zärtlichkeit.

Oder hast du keine Zeit
für die zeitlosen Stunden und Momente,
von denen das Leben lebt?

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Gefühl

Wenn ein Name
zum Zauberwort wird
und ein paar Augen
zu einer Geheimtür
auf der Suche nach
dem stärkeren Gefühl ...

dann ist die Fülle,
die Herz und Seele satt macht,
auf einmal in der Luft,
die wir atmen.

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Die Nacht gehört dir -
ich finde keinen Schlaf.
Du hast meine Seele erweckt
mit den wenigen Blicken,
die wir tauschten.

Seh ich dich wieder?

Was ich in dir spürte,
hat mich bewegt -
nun ist es zu spät
zum Umkehren.

Ich lebe wieder
unter freiem Himmel.
Dort, in der Heimatlosigkeit,
muß mein Zuhause sein.

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Telefonliebe

Ich drücke
ein paar Zahlentasten,
und all die Kilometer
zwischen uns
scheinen wie aufgehoben,
als du "Hallo?" sagst.

Laß mich ein wenig
deine Stimme atmen
durch diesen
immerhin roten
Plastikhörer.

Ich bin süchtig
nach deiner Liebe,
die Telefonrechnung
ist mein Zeuge.
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